Unser Jordanienأردنّنا
Petra
UNESCO-Welterbe · Gouvernement Ma'an

Petra

Nur wenige Reisemomente reichen an den ersten Blick auf das Schatzhaus heran, das am Ende des Siq aufleuchtet. Petra ist eine ganze Stadt, aus dem gewachsenen Fels gehauen: Gräber, Tempel, Treppen und Wasserkanäle, verteilt über eine weite Landschaft aus Sandsteinbergen. Jede Stunde, die man ihr schenkt, wird reich belohnt.

Petra war die Hauptstadt der Nabatäer, arabischer Händler, die durch die Karawanenrouten zu Reichtum kamen, auf denen Weihrauch, Gewürze und andere Kostbarkeiten zwischen Arabien und der Mittelmeerwelt transportiert wurden. Etwa ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. formten sie dieses verborgene Tal zu einer blühenden Stadt: Sie meißelten monumentale Fassaden direkt in die Felswände und bauten Dämme, Zisternen und Kanäle, um jeden Tropfen des spärlichen Regens aufzufangen. Nachdem Rom das Königreich im Jahr 106 n. Chr. annektiert hatte, blühte die Stadt noch eine Zeit lang weiter; später kamen byzantinische Kirchen hinzu. Den einheimischen Beduinen war Petra stets bekannt, in Europa aber wurde es erst berühmt, nachdem der Schweizer Reisende Johann Ludwig Burckhardt es 1812 erreicht hatte.

Die meisten Besuche beginnen mit dem Siq, einer gewundenen, über einen Kilometer langen Schlucht, deren Wände hoch aufragen und sich stellenweise fast berühren. Unterwegs passiert man in den Fels gehauene Nischen, Spuren antiker Wasserleitungen und Abschnitte alten Pflasters. Dann verengt sich die Schlucht ein letztes Mal, und in einem schmalen Lichtstreifen erscheint Al-Khazneh, das Schatzhaus. Seine prachtvolle Fassade mit Säulen, Statuen und einer krönenden Urne entstand höchstwahrscheinlich als Königsgrab, und ihre Farbe wandelt sich mit dem Lauf der Sonne von zartem Rosa zu tiefem Rosenrot.

Petra
Foto: Diego Delso · CC BY-SA 3.0

Hinter dem Schatzhaus weitet sich das Tal. Die Fassadenstraße führt zu einem in den Hang gehauenen Theater und weiter zu den Königsgräbern, einer Reihe gewaltiger Fassaden, durchzogen von Bändern aus rotem, ockerfarbenem und violettem Gestein. Eine Säulenstraße verläuft durch das alte Stadtzentrum, vorbei an Tempeln und Marktbereichen, bis zum Qasr al-Bint, einem der wenigen erhaltenen frei stehenden Bauwerke. Weiter hinten steigt ein langer Weg mit in den Fels gehauenen Stufen hinauf zu Ad-Deir, dem Kloster, einer gewaltigen Fassade auf einem stillen Plateau mit weitem Blick über die Berge.

Petra erkundet man am besten zu Fuß und ohne Eile. Wanderwege führen zum Großen Opferplatz, zu Aussichtspunkten oberhalb des Schatzhauses und zu abgelegenen Gräbern, an denen man womöglich niemandem begegnet außer einem vorbeiziehenden Ziegenhirten. Beduinenfamilien aus der Gegend bieten unterwegs Tee, Führungen und Handgemachtes an. An ausgewählten Abenden säumen bei „Petra by Night“ Kerzen den Siq, sodass man das Schatzhaus im flackernden Licht erleben kann. Ganz in der Nähe bietet Klein-Petra, auch Siq al-Barid genannt, einen kleineren und ruhigeren Eindruck nabatäischer Steinmetzkunst.

Höhepunkte

  • 1Der Weg durch den Siq zum Schatzhaus (Al-Khazneh)
  • 2Der Aufstieg über die Felsstufen zum Kloster (Ad-Deir)
  • 3Die Königsgräber und ihr farbig gemaserter Sandstein
  • 4Der Wanderweg zum Großen Opferplatz
  • 5Die Säulenstraße und der Qasr al-Bint
  • 6„Petra by Night“, wenn Kerzen den Siq erleuchten
  • 7Klein-Petra (Siq al-Barid), eine kurze Fahrt nördlich

Galerie

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Tage braucht man für Petra?

Für die meisten Besucher sind zwei Tage ideal. Am ersten Tag gehen Sie durch den Siq zum Schatzhaus, weiter an der Fassadenstraße und den Königsgräbern vorbei ins Stadtzentrum und steigen hinauf zum Kloster. Ein zweiter Tag lässt Zeit für den Großen Opferplatz, ruhigere Wanderwege und Klein-Petra. Ein langer Tag reicht für die wichtigsten Höhepunkte, wenn Sie früh aufbrechen; begeisterte Wanderer bleiben oft drei Tage.

Wie komme ich von Amman nach Petra?

Petra liegt etwa 240 Kilometer südlich von Amman, rund drei Stunden mit dem Auto über die Wüstenstraße oder länger über den landschaftlich reizvollen Königsweg durch Madaba, Kerak und Tafila. Touristenbusse fahren täglich von Amman nach Wadi Musa, dem Ort direkt neben der Stätte, und private Fahrer sowie organisierte Touren sind leicht zu finden. Von Akaba ist Petra etwa zwei Stunden entfernt, vom Wadi Rum rund anderthalb Stunden.

Ist Petra für Kinder geeignet?

Ja. Die meisten Kinder lieben Petras Schluchten, Höhlen und in den Fels gehauene Gräber. Der Weg vom Eingang zum Schatzhaus und ins Stadtzentrum führt überwiegend sanft bergab, doch der Rückweg geht bergauf, und die Gesamtstrecke ist lang. Kinderwagen kommen auf Sand und Steinen schlecht voran, eine Kindertrage ist praktischer. Nehmen Sie Wasser, Snacks und Sonnenhüte mit und planen Sie regelmäßige Pausen im Schatten ein.

Was sollte ich in Petra tragen?

Tragen Sie bequeme Wanderschuhe mit gutem Profil, denn die Wege sind sandig, steinig und uneben. Kleiden Sie sich im Zwiebellook: Morgens kann es kalt sein, besonders im Winter, während die Nachmittage im Sommer heiß sind. Hut, Sonnenbrille und Sonnencreme sind unverzichtbar, und ein leichtes Tuch schützt vor Staub und Sonne. Kleidung, die Schultern und Knie bedeckt, respektiert die örtliche Kultur und schützt zugleich vor der Sonne.

Was ist „Petra by Night“?

„Petra by Night“ ist eine Abendveranstaltung an ausgewählten Abenden, bei der der Siq und der Platz vor dem Schatzhaus von Hunderten Kerzen erleuchtet werden, begleitet von traditioneller Musik und Erzählungen. Viele Besucher empfinden sie als sehr stimmungsvoll. Sie umfasst nur den Siq und das Schatzhaus und kann voll sein; sie ergänzt also einen Besuch bei Tag, ersetzt ihn aber nicht. Aktuelle Termine und Tickets finden Sie bei offiziellen Stellen.

Wie anstrengend ist der Aufstieg zum Kloster in Petra?

Das Kloster, Ad-Deir, erreicht man über einen in den Fels gehauenen Weg mit etwa 800 Stufen, der nahe dem Stadtzentrum beginnt. In gleichmäßigem Tempo dauert der Aufstieg pro Richtung etwa 45 Minuten bis eine Stunde, mit Rastplätzen unterwegs. Er ist ermüdend, aber für die meisten Menschen mit ordentlicher Gesundheit machbar. Gehen Sie früh am Morgen oder am späteren Nachmittag, um der größten Hitze zu entgehen.

Reiseziele

Die Reise fortsetzen