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Küche & Aromen
Die jordanische Tafel

Küche & Aromen

Die jordanische Küche ist großzügig, gesellig und voller Geschmack. Sie schöpft aus beduinischen, dörflichen und städtischen Traditionen und teilt viele Gerichte mit den benachbarten levantinischen und arabischen Küchen. Olivenöl, Joghurt, Lamm, Kichererbsen, frisches Brot und Kräuter wie Za'atar und Salbei kommen auf der jordanischen Tafel immer wieder vor.

Gastfreundschaft bei Tisch

In Jordanien ist eine Mahlzeit ein Akt des Willkommens. Gastgeber bereiten oft weit mehr zu, als die Gäste essen können, und bieten mit großem Nachdruck einen zweiten und dritten Nachschlag an. Es gilt als höflich, von allem ein wenig zu probieren. Wenn Sie wirklich satt sind, signalisiert ein freundliches Dankeswort, verbunden mit einer Hand über dem Teller, dem Gastgeber in der Regel, dass Sie genug haben.

Traditionell isst man mit der rechten Hand, und Brot dient oft dazu, Dips und Eintöpfe aufzunehmen. Zu besonderen Anlässen versammeln sich die Gäste um eine große gemeinsame Platte. Vor dem Essen sagen viele „bismillah“, „im Namen Gottes“, und nach der Mahlzeit ist es üblich, das Essen zu loben und dem Gastgeber mit Worten wie „sahtein“, „zum Wohl“, zu danken.

Gastfreundschaft bei Tisch
Foto: 白と赤茶 · CC BY-SA 4.0
Nationalgericht

Mansaf

Mansaf ist Jordaniens Nationalgericht und ein Symbol der Gastfreundschaft. Lammfleisch wird in einer Soße aus Jameed, einem getrockneten, fermentierten Joghurt, gegart und dann auf einer großen Platte über Reis und dünnem Schrak-Brot serviert, bestreut mit gerösteten Mandeln oder Pinienkernen. Traditionell isst man es von einer gemeinsamen Platte, oft mit der rechten Hand, bei Hochzeiten, Festen und Familientreffen.

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Familienliebling

Maqluba

Maqluba bedeutet „umgedreht“. Reis, frittiertes Gemüse wie Aubergine, Blumenkohl oder Kartoffel sowie Hähnchen oder Fleisch werden in einem tiefen Topf geschichtet und zusammen mit Gewürzen gegart. Bei Tisch wird der Topf auf eine große Platte gestürzt, und zum Vorschein kommt ein hoher, duftender Reiskuchen. Meist wird er mit Joghurt und Salat serviert.

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Levantinischer Klassiker

Musakhan

Musakhan ist ein Gericht, das in der ganzen Levante verbreitet ist. Große Fladen Taboun-Brot werden mit Zwiebeln belegt, die langsam in reichlich Olivenöl mit Sumach geschmort wurden, dann mit gebratenem Hähnchen bedeckt und gebacken. Das Ergebnis ist reichhaltig, säuerlich-würzig und tiefrot. Man isst es oft mit den Händen, und besonders beliebt ist es, wenn das neue Olivenöl da ist.

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Beduinischer Erdofen

Zarb

Zarb ist eine beduinische Garmethode in einer in den Sand gegrabenen Grube. Fleisch, oft Lamm oder Hähnchen, und Gemüse werden auf Metallblechen über glühende Kohlen gesenkt, abgedeckt und mehrere Stunden langsam gegart. Heraus kommt zartes, rauchiges Essen. Besucher genießen Zarb oft in den Wüstencamps im Wadi Rum.

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Einfach und schnell

Galayet Bandora

Galayet Bandora ist ein einfaches, sehr beliebtes Gericht aus frischen Tomaten, in der Pfanne mit Olivenöl, Knoblauch und scharfen grünen Chilischoten geschmort, manchmal auch mit Zwiebeln. Man isst es mit Brot, oft zum Frühstück oder als leichtes Abendessen, und es ist ein typisches Essen bei Picknicks und Campingausflügen, über offenem Feuer gekocht.

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Vegetarisch

Mujaddara

Mujaddara ist ein schlichtes, nahrhaftes Gericht aus braunen Linsen, gekocht mit Reis oder Weizenschrot und großzügig mit Zwiebeln bestreut, die dunkel und süß gebraten wurden. Es macht satt, ist günstig und von Natur aus vegetarisch. Mujaddara wird oft mit Joghurt, frischem Salat oder eingelegtem Gemüse serviert und ist in ganz Jordanien ein vertrautes Hausgericht.

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Winter und Ramadan

Schorbat Adas (Linsensuppe)

Schorbat Adas ist eine sämige Suppe aus roten oder gelben Linsen, gewürzt mit Zwiebel und Kreuzkümmel und mit einem Spritzer Zitrone serviert. Oft kommen knusprige Stücke gerösteten oder frittierten Brotes darauf. In den kalten Monaten ist sie ein wohltuendes Gericht und im Ramadan der traditionelle Auftakt zum Abendessen.

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Alltagsklassiker

Falafel und Hummus

Falafel sind knusprig frittierte Bällchen aus gemahlenen Kichererbsen, Kräutern und Gewürzen, die man im Brot mit Salat und Tahinisoße isst. Hummus ist ein cremiger Dip aus gekochten Kichererbsen, püriert mit Tahini, Zitrone und Knoblauch und mit Olivenöl verfeinert. Zusammen bilden sie eines der beliebtesten Frühstücke und schnellen Gerichte Jordaniens.

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Frühstück

Ful

Ful oder Ful Medames ist ein warmes Gericht aus gekochten Saubohnen, zerdrückt mit Zitronensaft, Knoblauch, Olivenöl und manchmal Kreuzkümmel, Tomate oder Chili. Es ist ein klassisches Frühstück, das man mit frischem Brot, roher Zwiebel, Minze und eingelegtem Gemüse isst. Viele kleine Restaurants servieren Ful schon ab dem frühen Morgen, oft zusammen mit Hummus und Falafel.

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Festliche Vorspeise

Kubbeh

Kubbeh besteht aus einem Teig aus feinem Weizenschrot und Hackfleisch, der zu Ovalen geformt und mit weiterem gewürztem Fleisch, Zwiebeln und Pinienkernen gefüllt wird. Meist wird es knusprig frittiert, es kann aber auch auf dem Blech gebacken oder in Joghurtsoße serviert werden. Kubbeh von Hand zu formen erfordert Geschick und ist oft eine gemeinsame Familienarbeit.

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Hausmannskost

Mlukhiyeh

Mlukhiyeh wird aus den Blättern der Langkapseligen Jute zubereitet, gekocht mit Hühner- oder Fleischbrühe, Knoblauch und Koriander. In Jordanien werden die Blätter oft ganz oder grob gehackt gegart, sodass ein herzhafter Eintopf entsteht. Er wird über Reis serviert, meist mit Zitrone oder gehackten Zwiebeln in Essig, und ist ein sehr beliebtes Familiengericht.

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Schichtgericht

Fatteh

Fatteh wird aus Schichten von geröstetem oder frittiertem Brot, warmen Kichererbsen und einer Soße aus Joghurt mit Tahini und Knoblauch aufgebaut und mit Olivenöl oder Butter, Pinienkernen und Gewürzen vollendet. Manche Varianten enthalten Hähnchen oder Fleisch. Besonders beliebt ist es zum Wochenendfrühstück und im Ramadan.

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Brot

Schrak

Schrak ist ein sehr dünnes, großes Fladenbrot, das auf einem Saj gebacken wird, einer gewölbten Metallkuppel über dem Feuer. Der Teig wird von Hand gezogen und geschwungen, bis er fast durchsichtig ist. Schrak ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Mansaf und dient auch zum Einwickeln von Speisen – damit ist es eines der traditionellsten Brote Jordaniens.

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Bäckereiliebling

Manakisch

Manakisch sind Fladenbrote, die vor dem Backen mit Za'atar und Olivenöl, weißem Käse, Hackfleisch oder anderen Belägen bestrichen werden. Bäckereien im Viertel verkaufen sie frisch und warm, vor allem am Morgen. Gefaltet oder gerollt sind sie ein beliebtes und günstiges Frühstück für Studierende und Berufstätige.

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Berühmte Süßspeise

Kunafa (Knafeh)

Kunafa ist eine der beliebtesten Süßspeisen Jordaniens. Eine Schicht weicher weißer Käse wird mit feinen Teigfäden oder Grieß bedeckt, goldbraun gebacken, mit süßem Sirup getränkt und mit Pistazien bestreut. Sie wird warm serviert, oft am Abend. Manche Geschäfte in Amman sind für ihre Kunafa berühmt, und davor bilden sich lange Schlangen.

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Süßes im Ramadan

Qatayef

Qatayef sind kleine Pfannkuchen, die nur auf einer Seite gebacken und dann mit Walnüssen und Zimt oder mit süßem Käse gefüllt werden. Sie werden zu Halbmonden gefaltet, frittiert oder gebacken und in Sirup getaucht. Manche werden ungebacken mit Sahnecreme gefüllt serviert. Qatayef sind eng mit dem Ramadan verbunden, wenn Straßenstände sie jeden Nachmittag frisch zubereiten.

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Grießkuchen

Harisseh und Basbousa

Harisseh, vielerorts auch als Basbousa bekannt, ist ein weicher Kuchen aus Grieß, Joghurt oder Milch und Zucker, der auf dem Blech gebacken und anschließend mit Sirup getränkt wird. Er wird in Rauten oder Quadrate geschnitten, oft mit einer Mandel oder Erdnuss auf jedem Stück verziert, und zu Tee oder Kaffee serviert.

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Ritual des Willkommens

Arabischer Kaffee (Qahwa Sada)

Qahwa Sada ist ein bitterer, mit Kardamom gewürzter Kaffee, der aus einer Dallah, einer Messingkanne, in kleine henkellose Tassen gegossen wird. Der Gastgeber schenkt mit der rechten Hand aus, und die Gäste nehmen die Tasse mit der rechten Hand entgegen. Wer die leere Tasse sanft hin und her schwenkt, zeigt an, dass er nichts mehr möchte. Kaffee anzubieten ist ein starkes Zeichen des Willkommens.

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Alltagsgetränk

Salbeitee

In Jordanien wird den ganzen Tag über Tee getrunken, meist süß und stark. Eine beliebte Variante ist Schai bil-Maramiya, Schwarztee mit frischen oder getrockneten Salbeiblättern, der ihm einen frischen, kräuterigen Geschmack verleiht. In der Wüste wird Tee oft über offenem Feuer zubereitet und jedem Besucher angeboten, der in ein Camp kommt.

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Getrockneter Joghurt

Jameed

Jameed ist Joghurt, der abgetropft, gesalzen, zu harten Kugeln geformt und in der Sonne getrocknet wird. Diese traditionelle Methode ermöglichte es Hirtenfamilien, Milch lange haltbar zu machen. Vor dem Kochen wird Jameed eingeweicht und zu einer dicken, säuerlichen Soße aufgelöst, der wichtigsten Zutat des Mansaf. Besonders bekannt dafür ist die Gegend um Kerak.

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Frühstücksklassiker

Za'atar und Olivenöl

Za'atar ist eine Mischung aus getrocknetem wildem Thymian, Sumach und gerösteten Sesamsamen. Zum Frühstück tunkt man Brot zuerst in heimisches Olivenöl und dann in Za'atar. Jordanien hat viele Olivenhaine, vor allem im Norden, und die Olivenernte im Herbst ist eine wichtige Zeit, in der Familien zusammenkommen, um die Früchte zu pflücken und neues Öl zu pressen.

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Ramadan und Festtage

Im heiligen Monat Ramadan fasten Muslime von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang, und die abendliche Mahlzeit, Iftar genannt, wird zum täglichen Familientreffen. Sie beginnt oft mit Datteln, Wasser und Suppe, vor allem Linsensuppe, gefolgt von Hauptgerichten wie Maqluba, Mansaf oder gefülltem Gemüse. Getränke aus Aprikosenpaste, Tamarinde oder Süßholz sind beliebt, und Konditoreien bereiten Qatayef in großen Mengen zu.

Auch die beiden Eid-Feste sind Zeiten besonderer Speisen. Zu Eid al-Fitr am Ende des Ramadan backen Familien Ma'moul, kleines Gebäck mit Dattel- oder Nussfüllung. Eid al-Adha ist damit verbunden, Fleisch mit Verwandten, Nachbarn und Bedürftigen zu teilen. Hochzeiten, Geburten und Studienabschlüsse werden oft mit Mansaf für viele Gäste gefeiert.

Streetfood und Cafés

Streetfood gehört in Jordaniens Städten zum Alltag. Bäckereien verkaufen morgens frische Manakisch, Falafelläden füllen Sandwiches mit knusprigen Bällchen und Salat, und in den kühleren Monaten bieten Stände gerösteten Mais, Süßkartoffeln oder gekochte Saubohnen an. In der Innenstadt von Amman sind kleine Restaurants mit Hummus, Ful und Falafel beliebte Frühstücksadressen für Einheimische und Besucher gleichermaßen.

Konditoreien sind bis spät in den Abend gut besucht, vor allem jene, die für ihre Kunafa berühmt sind. Saftstände pressen frische Orangen, Karotten, Granatäpfel und Zuckerrohr, während Kaffeekioske an den Hauptstraßen Autofahrern starken Kardamomkaffee servieren. Schawarma, von sich drehenden Spießen mit Hähnchen oder Fleisch geschnitten und in dünnes Brot gewickelt, ist eines der beliebtesten schnellen Gerichte.

Vegetarische und pflanzliche Gerichte

Auch wenn Fleisch bei Festessen im Mittelpunkt steht, essen Vegetarier in Jordanien gut. Viele Alltagsgerichte sind von Natur aus fleischlos, darunter Hummus, Falafel, Ful, Mutabbal aus gerösteten Auberginen, Tabouleh, Fattoush, Linsensuppe, Mujaddara und Galayet Bandora. Eine Tafel mit Mezze, kleinen Gerichten zum Teilen, ergibt leicht eine vollständige Mahlzeit.

Manche Gerichte, die vegetarisch aussehen, werden mit Fleischbrühe zubereitet oder enthalten kleine Fleischstücke, daher lohnt es sich nachzufragen. Eine nützliche Wendung ist „bidun lahma“, „ohne Fleisch“. Frisches Obst, Gemüse, Nüsse und Trockenfrüchte gibt es auf jedem Markt, und viele Restaurants in größeren Städten kennzeichnen vegetarische und vegane Gerichte inzwischen auf der Speisekarte.